WOHLFUEHL IMPULSE · Stand: September 2026
Fünf Minuten können reichen, um Gedanken zu sortieren. Journaling ist kein Wundermittel und keine Therapie – aber ein kurzes Schreibritual kann helfen, den Tag bewusst wahrzunehmen und Prioritäten sichtbar zu machen.
Was sagt die Forschung?
Zu sogenanntem „expressivem Schreiben“ gibt es viele Studien. Eine Meta-Analyse mit randomisierten Studien fand im Durchschnitt kleine Verbesserungen bei Symptomen von Depression, Angst und Stress in gesunden oder subklinischen Gruppen. Andere einzelne Studien fanden dagegen keinen Vorteil oder in bestimmten Belastungssituationen sogar mehr Stress. Deshalb sollte Journaling nicht als verlässliche Behandlung psychischer Beschwerden dargestellt werden.
Für den Alltag kann Schreiben trotzdem ein einfaches Werkzeug zur Selbstreflexion sein – besonders wenn der Anspruch niedrig bleibt: nicht schön schreiben, nicht perfekt formulieren, sondern kurz festhalten, was gerade wichtig ist.
Eine einfache 5-Minuten-Routine
- 1 Minute: Was beschäftigt mich gerade?
- 1 Minute: Was hat heute gutgetan?
- 1 Minute: Was brauche ich im Moment?
- 1 Minute: Was darf heute warten?
- 1 Minute: Was ist mein kleinster nächster Schritt?
Du musst nicht jeden Tag schreiben
Ein Journal soll entlasten und nicht zu einer weiteren Pflicht werden. Zwei oder drei kurze Einträge pro Woche können genauso sinnvoll sein, wenn das besser zu deinem Alltag passt.
Wichtig: Wenn Schreiben belastende Erinnerungen deutlich verstärkt oder starke psychische Beschwerden bestehen, sollte man das nicht allein „wegjournalen“, sondern professionelle Unterstützung nutzen.
Quellen
- Guo 2023: Meta-analysis of expressive writing and depression, anxiety and stress
- Randomized trial: expressive writing in healthy adults
- Randomized trial during the COVID-19 pandemic: mixed/negative findings
Dieser Beitrag ist ein Wohlfühl-Impuls und ersetzt keine psychologische oder medizinische Behandlung.


